* 20.12.1956. Zmicer Kolas ist Buchverleger und eine prägende Figur der belarusischen Kulturszene und Verlagsbranche. Er studierte Übersetzen am Minsker Staatlichen Institut für Fremdsprachen und arbeitete nach seinem Studium in Algerien und Syrien. In den 1980er-Jahren übersetzte er als Erster Werke von Camus, Sartre und Ionesco ins Belarusische. Sein Vater, Heorhij Kolas, war Kulturhistoriker und Literaturkritiker. Sein Bruder, Uladzimir Kolas, ist Filmregisseur und Pädagoge.
Im Februar 2026 wurde Zmicer Kolas im Rahmen einer Welle von Razzien gegen Verlage festgenommen. Im März setzte das Innenministerium mehrere Verlage, darunter auch seinen, auf die Liste extremistischer Organisationen. Ihm wurde ein Verwaltungsarrest auferlegt, nach dem er nicht freigelassen wurde. Es wird vermutet, dass er wegen Beteiligung an einer extremistischen Vereinigung angeklagt wird.
Bereits im März 2023 hatte der KGB Kolas festgenommen. Er verbrachte zehn Tage in Untersuchungshaft, ohne dass öffentlich Anklagepunkte bekannt wurden. Die Festnahme erfolgte im Kontext von Massenverhören nach einem Anschlag auf den Militärflugplatz in Mačuliščy im Februar 2023. Damals nahmen Sicherheitskräfte auch Personen fest, die nur indirekte Verbindungen zu den Beschuldigten hatten.
Am 16. September 2026 teilte der Sondergesandte des US-Präsidenten für Belarus, John Cole, mit, dass infolge von Verhandlungen 25 Menschen begnadigt und freigelassen worden seien. Alle von ihnen wurden zwangsweise nach Litauen verbracht. Unter den Freigelassenen ist auch Zmicer Kolas.
Weitere Schreibweise des Namens: Зміцер Колас (BY)