Sjarhej Charytonavič arbeitet als Taxifahrer. Er wurde festgenommen, weil er angeblich in Telegramkanälen gegen Regierungsvertreter gerichtete Kommentare veröffentlicht haben soll. Regierungstreue Kanäle veröffentlichten ein "Reuevideo", in dem der Angeklagte seine Tat gestand. Charytonavič wurde wegen Präsidenten- und Beamtenbeleidigung angeklagt und kam in Untersuchungshaft. Seine aktuelle Haftanstalt ist unbekannt.
Das belarussische Regime zwingt politische Gefangene systematisch zu inszenierten Geständnissen, die als sogenannte „Reuevideos“ veröffentlicht werden. Unter Androhung von Folter und anderen „Maßnahmen“ werden die Gefangenen dazu gebracht, sich schuldig zu bekennen und ihre „Taten“ zu bereuen.
Am 19. März 2026 reiste John Cole, Sondergesandter des US-Präsidenten Donald Trump, zu einem Besuch nach Minsk. Infolge der Verhandlungen begnadigte das Lukaschenko-Regime 250 Personen: 235 von ihnen wurden im Land freigelassen, 15 wurden nach Litauen gebracht. Alle Deportierten sind ehemalige politische Gefangene. Unter ihnen befindet sich Sjarhej Charytonavič.
Weitere Schreibweisen des Namens: Siarhei Kharytanovich (EN), Сяргей Харытановіч (BY), Сергей Харитонович (RU)