Uladzimir Janukevič war Direktor und Chefredakteur von „Intex-Press“, einem der größten unabhängigen regionalen Medien in Belarus, das 2021 von den Behörden zerschlagen wurde. 2023 gründete er gemeinsam mit Andrėj Pakalenka das regionale Nachrichtenportal BAR24.
Im Dezember 2024 nahmen die Behörden mehrere Mitarbeitende des Nachrichtenportals fest. Bei Durchsuchungen in der Redaktion und in den Wohnungen der Journalist:innen beschlagnahmten sie Technik. Sechs Mitarbeitenden wird vorgeworfen, extremistische Aktivitäten unterstützt zu haben. Im Laufe des Jahres zeigte das staatliche Fernsehen einen Bericht über Razzien in Redaktionen unabhängiger Regionalmedien, darunter auch BAR24. Den Medien wurde vorgeworfen, mit der deutschen Botschaft zusammengearbeitet zu haben, der die Finanzierung „extremistischer Ressourcen“ angelastet wurde. Zum Zeitpunkt der Ausstrahlung war jedoch keines der im Beitrag genannten Medien als „extremistisch“ eingestuft. Der Bericht zeigte auch die Vernehmung einer Journalistin von BAR24. Seit Januar 2025 ist die Website nicht mehr erreichbar.
Im Februar 2025 wurde Janukevič wegen Hochverrats zu 14 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 135.000 Rubel (etwa 40.000 €) verurteilt. Zuvor wurde er bereits zweimal verwaltungsrechtlich bestraft, weil er Interviews mit Svjatlana Cichanoŭskaja veröffentlicht hatte.
Weitere Schreibweise des Namens: Уладзімір Янукевіч (BY)